Schulverbund Bad Saulgau geht neue Wege bei der Berufsorientierung

Neue Herausforderungen auf dem Weg in ihre Zukunft warten heute auf die Schülerinnen und Schüler, vor allem im Bereich der Berufsorientierung. Die zunehmende Vielfalt erschwert es den Jugendlichen oft, sich zurechtzufinden und sich für den passenden Beruf zu entscheiden. Auch aus diesem Grund wächst die Zahl der Ausbildungsabbrecher stetig. Deshalb ist die schulische Berufsorientierung in Zusammenarbeit mit den Bildungspartnern, der Arbeitsagentur, weiterführenden Schulen und zusätzlichen Partnern ein wichtiger Baustein bei der Berufsfindung.

Der Schulverbund Bad Saulgau stellt sich diesen Herausforderungen und geht neue Wege in der Berufsorientierung. „Uns ist es wichtig, die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler bereits heute abzusichern“, so der Rektor des Schulverbundes Bad Saulgau, Armin Masczyk.

Möglich wird dies durch eine Kooperation zwischen dem Schulverbund und der Handwerkskammer Ulm, die entsprechend den Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Berufsorientierung unterstützen und fördern soll, zum Beispiel auch in Berufsbildungseinrichtungen wie der Bildungsakademie Ulm.  

Projektleiter Michael Krogull von der Handwerkskammer Ulm stellte im Rahmen eines Elternabends dieses Projekt vor. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 8 der Werkrealschule werden erstmalig in diesem Schuljahr zwei Wochen an der Bildungsakademie Ulm verbringen. Hier werden sie verschiedene Ausbildungsberufe aus den Bereichen Metall, Holz und Bau sowie Raumgestaltung und Bürokommunikation kennenlernen und dabei von erfahrenen Handwerksmeistern betreut, die tatsächlich in der Berufsausbildung tätig sind. So haben die Jugendlichen vor Ort die Möglichkeit, die Berufs- und Ausbildungsrealität zu erleben, nicht nur als Schnupperpraktikanten, sondern beim selbstständigen Arbeiten und Mitanpacken, beim ,,selbst was Schaffen“, wie Michael Krogull betonte. Natürlich gibt es am Schluss auch eine Rückmeldung von Seiten der Ausbilder über die Stärken und Schwächen der Jugendlichen, so dass diese sich ganz realistisch orientieren können.  

Wichtig ist es auch, dass Mädchen und Jungen alle Berufsfelder gleichermaßen erkunden, um für sich selbst alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und nicht einen der geschlechtstypischen Berufe zu ergreifen, obwohl die Stärken möglicherweise in einem eher untypischen Beruf liegen. Hier bietet auch der ,,Girl‘s Day“ jedes Jahr die Möglichkeit, viele derartige Berufe zu erkunden.

Gefördert wird dieses Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und von der Handwerkskammer Ulm, so dass den Jugendlichen und ihren Familien keine Kosten entstehen.

Für die nächsten Jahre ist ein Ausbau dieses Projektes geplant, um allen Schülerinnen und Schülern des Schulverbundes die Möglichkeit zu geben, ihre Stärken und so ,,ihr“ Berufsfeld zu finden. Der gezielte Einsatz in individuell zugeschnittenen Praktika begleitet den Übergang in ein erfolgreiches Berufsleben.  

Von links: Karin Vogler (Arbeitsagentur), Udo Bachhofer und Kerstin Petzold (BO-Team Schulverbund), Michael Krogull (Handelskammer Ulm), Rektor Armin Masczyk  (Foto: Angelika Petermann) 
Von links: Karin Vogler (Arbeitsagentur), Udo Bachhofer und Kerstin Petzold (BO-Team Schulverbund), Michael Krogull (Handelskammer Ulm), Rektor Armin Masczyk

(Foto: Angelika Petermann)