Berufsorientierung am Walter Knoll Schulverbund unter anderen Bedingungen

Die Berufsorientierung am Walter Knoll Schulverbund in Zusammenarbeit mit den Bildungspartnern und weiteren Firmen sowie der Agentur für Arbeit hat bereits eine lange Tradition. Sowohl die Werkrealschule als auch die Realschule können auf qualitativ hochwertige Konzepte und Umsetzungen in diesem Bereich zurückblicken. Im Mittelpunkt dieser Konzepte standen und stehen die Lernenden mit ihren Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Berufsorientierung dient auch dazu, diese Aspekte beim Einzelnen zu erkennen und zu fördern und den Jugendlichen den Weg für die Gestaltung ihrer Zukunft aufzuzeigen.

Dies geschieht einmal im Unterricht, bereits ab Klasse 5, verstärkt ab Klasse 7, aber auch bei Gesprächen mit Mitarbeitern der Agentur für Arbeit, bei speziellen Veranstaltungen mit den Vertretern der Firmen und natürlich während verschiedener Praktika. 

Die Corona – Pandemie verlangt dem Berufsorientierungsteam um die Lehrer Udo Bachhofer und Volker Groß jedoch einiges ab. Eine Umsetzung wie in normalen Zeiten ist nicht möglich, es muss sozusagen eine „neue“ oder „andere Normalität“ geschaffen werden, die nach neuen Konzepten verlangt. Denn es ist wichtig, den Jugendlichen genau diese Möglichkeiten zu bieten wie den Jahrgängen vor ihnen. Aus diesem Grund haben sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht und auch Wege gefunden, um eine den Bedürfnissen der Jugendlichen und den Anforderungen der Gesellschaft gerechte Berufsorientierung durchführen zu können. 

Um die Schülerinnen und Schüler mit ihren Familien, aber genauso die Kooperationspartner zu schützen, hat sich der Schulverbund aus Sicherheitsgründen gegen schulisch organisierte betriebliche Praktika, die einen sehr hohen Stellenwert in der Berufsorientierung haben, in der bisherigen Form entschieden. So setzt das Team auf die Verstärkung anderer Schwerpunkte bzw. auf eine Verlagerung. Es gibt die Möglichkeit, privat organisierte, dreitägige Praktika zu absolvieren, deren Zeitpunkt individuell abgestimmt wird, um die Corona-Regeln einhalten zu können. Da ein persönlich erlebtes Praktikum durch nichts einfach so ersetzt werden kann, ist dies sogar, nach Absprache mit den Lehrkräften, während der Schulzeit möglich, wenn keine Klassenarbeiten anstehen. 

Außerdem gibt es unter Beachtung der coronabedingten Hygieneregeln die Möglichkeit, z. B. bei der Firma Knoll, die für die Ausbildung Verantwortlichen in die Schule einzuladen, um einen tieferen Einblick in die Arbeitswelt und die Arbeitsabläufe zu bekommen. 

Ein weiterer Punkt ist die verstärkte spezifische und kontinuierliche Beratung der Schülerinnen und Schüler durch Karin Vogler, Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Sigmaringen. Diese Gespräche finden, wenn möglich, an der Schule statt, eine Fahrt nach Sigmaringen ist nicht notwendig. Die Jugendlichen können je nach Bedarf mehrere Termine wahrnehmen, auch mit ihren Eltern. Um Kontakte zu minimieren, wird hierfür an einer geeigneten Form einer Videoschaltung gearbeitet. 

Andere Angebote wie z. B. der „Marktplatz Ausbildung“ oder die Berufsorientierungsmesse des SWR, die Schüler bereits im letzten Jahr mit Volker Groß virtuell besuchen konnten, finden dieses Jahr komplett online statt. Da der Ausbildungsmarkt hervorragende Chancen gerade für die Absolventen der Werkreal- und Realschule bietet, ist es wichtig, den Jugendlichen genau diese Möglichkeiten in der Berufsorientierung aufzuzeigen und sie zu eigenen Erfahrungen zu ermuntern. 

Text: Angelika Petermann
Foto: Volker Groß
Berufsberaterin Karin Vogler im Gespräch mit einer Schülerin 
Berufsberaterin Karin Vogler im Gespräch mit einer Schülerin